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Der Königsjodler – einer der schönsten Klettersteige in Österreich

Der Königsjodler am Hochkönig ist nicht nur einer der schwersten, sondern auch der schönsten Klettersteige in den österreichischen Alpen.

Nur sehr wenige Klettersteige vereinen alles, was das Bergsteigerherz begehrt. Der Königsjodler im schönen Salzburg ist durch seine Länge und dem Schwierigkeitsgrad D nicht nur eine echte Herausforderung, sondern verspricht auch Abwechslung. Er folgt meist dem Grat der imposanten Teufelshörner. Nach jedem Aufstieg, folgt auch wieder ein Abstieg, bevor es auf den nächsten von insgesamt acht Türmen geht.

Absolutes Highlight oder für den einen oder anderen auch der Angstgegner, ist der Flying Fox über den Sallerriss. Während des gesamten Königsjodler-Klettersteigs hat man eine fantastische Fernsicht auf die Berchtesgadener Alpen, die Hohen Tauern und das Dachsteingebirge. 

Doch bei all der Schönheit des Königsjodler sollten diesen nur erfahrene Bergsteiger gehen. Die Dauer des Steigs, der Schwierigkeitsgrad und das ständige Auf- und Abklettern erfordern eine sehr gute Kondition und Ausdauer. Anfänger sind hier absolut fehl am Platz!!

Tipp: Der Königsjodler ist einer der längsten Klettersteige in den Alpen. Um unnötigen Stress zu vermeiden, ist ein Start zeitig in der Früh ratsam. Wer nicht am selben Tag wieder Absteigen möchte, sollte sich im Vorhinein einen Schlafplatz im Matrashaus sichern. Diese sind vor allem in der Hochsaison heißbegehrt.

Über den Königsjodler-Klettersteig geht es auf den Hochkönig.

Zustieg zum Klettersteig Königsjodler

Vom Parkplatz aus führt eine Forststraße zur Erichhütte. Diese hat man in ca 30 Minuten erreicht. Von der Errichhütte geht der Weg 432 weiter. Es folgt ein Wegweiser, diesem Richtung Hochkönig folgen. Über eine breite Rinne mit Leitern gelangt man zur Hohen Scharte und von dort aus zum Einstieg. Schon den Weg zum Einstieg sollte man nicht unterschätzen. Bis zum Einstieg legt man 1.000 Höhenmeter zurück. Der Zustieg verlangt also bereits einiges an Kondition und dauert rund 2 bis 2,5 Stunden.

Tipp: Die Errichhütte ist die letzte Möglichkeit Wasser aufzufüllen.

Tourendetails Königsjodler-Klettersteig

Nach einem knackigen C/D-Einstieg in den Königsjodler, führt eine flache Rinne auf den sogenannten Flower Tower. Über einen flachen Grat (B) klettert man in eine Scharte (A/B), um anschließend auf den Mühlbacher Turm (C) zu klettern. Danach folgen die Via-Mala-Schlucht (C/D), und der „Jungfrauensprung“ (C) bevor es über die Porti-Sport-Diretissima (C) auf den Teufelsturm geht. Nach dem wunderschönen Aufstieg folgt ein ebenso spektakulärer Abstieg (C) auf die Dreiseilbrücke „Kranabetter-Steg“ (B). Ein Stück muss man noch abklettern (C/D) bevor ein kurzer ungesicherter Abschnitt (1-) folgt. Danach geht es über eine B/C-Stelle wieder hinauf auf den Grat (A/B). Es folgt ein steiler Abstieg in den Sallerriss (C/D), bevor es dann wieder steil hinaufgeht (B/C) auf das Teufelshörndl. Nach einem steilen Abstieg, geht es auf dem luftigen Brücknergrat (B) zur Dientner Schneid (C). Danach kommt die Bosch-Promenade (B & A), nach der man kurz in eine Scharte abklettert (C) und über einen Schrofenrücken (A/B) geht es hinauf zum Notausstieg in das Birgkar. Zum Birgkar ist zu sagen, dass dieser Abstieg sehr gefährlich ist und nicht zu empfehlen. Beim Notausstieg findet sich ein guter Platz um eine Pause einzulegen. Danach geht es weiter zu Fuß durch schottriges Gelände (1-) zum Kematstein. Über „Franzl’s Fantastica“ (C/D) und einen Grat (A/B) geht es auf den Kummetstein. Über die „Brandner Abfahrt“ (C/D) klettert man dann in eine Scharte ab und nach einer Querung geht es steil auf den Matras-Kopf (C/D). Danach folgen noch ein paar B-Passagen, ehe es über einen Grat (A/B), der von einer kurzen Rinne (C) unterbrochen ist, zum Ausstieg am Hohen Kopf (2.875m) geht. Vom Ausstieg des Königsjodler bis zum Matrashaus ist es dann nur noch etwa 60 Höhenmeter.

Insgesamt geht es über acht Felsentürme auf den Hochkönig.

Tipp: Ist man einmal am Hochkönig, sollte man sich den Sonnenunter- und -aufgang vom Matrashaus aus nicht entgehen lassen. In fast 3.000 Metern Höhe ist es ein einzigartiges Schauspiel, das man so schnell nicht vergisst.

Wunderschöner Sonnenaufgang am Hochkönig

Abstieg vom Hochkönig

Der Abstieg übers Birgkar ist nicht empfehlenswert. Es ist nicht nur besonders steil, sondern auch aufgrund der Steinschlaggefahr sehr gefährlich. Die schönere aber auch längere Variante führt über die Mitterfeldalm. Von dort aus kann man den Bus zurück zum Parkplatz nehmen. Vor der Abfahrt gibt es auch noch Einkehrmöglichkeiten für eine kleine oder große Stärkung.